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Schostakowitsch und wir

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Dimitri Schostakowitsch; Aufnahme während des 2. Weltkrieg

Dmitri Schostakowitschs 5. Sinfonie hat nicht nur eine musikalische, sondern auch eine politische Dimension.  Umstrittenist bis heute, ob das Werk als Anpassung an das diktatorische System Josef Stalins in Russland oder aber als eine zynische Antwort darauf zu sehen ist.

Wie aber soll man „politische Musik“hören? Muss man unbedingt den politischen Kontext kennen, um sie wirklich zu verstehen? Um sie zu adäquat zu würdigen?

Wir, die Schülerinnen und Schüler des Musikkurses der Q-Phase der Theodor-Fliedner-Schule in Wiesbaden, wollten genau das herausfinden.

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Josef Stalin

November 1937: In Leningrad, in der Sowjetunion, wird die 5. Sinfonie uraufgeführt - und am Ende vom Publikum wie der stalinistischen Parteiführung frenetisch bejubelt. Für Schostakowitsch ist diese Reaktion auf sein Werk entscheidend, möglicherweise sogar lebensrettend. Denn nach 1935 gerät der Komponist immer wieder ins Fadenkreuz des Diktators Stalins, weil diesem seine Musik nicht geheuer war. Mutmaßlichen Gegnern der stalinistischen Herrschaft oder als unzuverlässig angesehenen Menschen droht in diesen Tagen Internierungslager und Tod.
  
Im Herbst 2016 gibt es erneut eine „Uraufführung“, jetzt in Wiesbaden, im Musikraum unserer Schule: Wir hören uns das Werk zum ersten Mal an. Anders als damals bricht am Ende der vier Sätze aber kein Jubel aus. Zu stark beeinflusst der politische Kontext, den wir uns zuvor erschlossen hatten, unsere Höreindrücke. 

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Dimitri Schostakowitsch

Schostakowitschs 5. Sinfonie ist ein dramatisches, mit Raffinessen gespicktes Werk. Wir konnten Verfolgung, Trauer & Bedrohung erspüren, teilweise von gespielter Leichtigkeit aufgelockert. Allerdings hat unser politisches Vorwissen unser Hören - ob wir wollten oder nicht - stark beeinflusst. 

Wir haben die 5. Sinfonie im Unterricht anhand der Aufnahme des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, dirigiert von Mariss Jansons, auf uns wirken lassen. 

Zitate:
1. Satz, Takte 1-6
2. Satz, Takte 1-64
2. Satz, Takte 87-102
4. Satz, Takte 1-6
3. Satz, Takte 182-187
4. Satz, Takte 229-247
4. Satz, Takte 324-336

(Musik aus der Serie Dmitri Schostakowitsch: Symphonien Nr. 1-15, Warner).    

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Ausschnitt aus "Charly und die Schokoladenfabrik"

Als wir Schostakowitschs 5. Sinfonie zum ersten Mal gehört haben, kamen uns vor allem Filmszenen in den Sinn. Szenen, die Schostakowitsch beim Komponieren in den 1930er Jahren noch nicht im Sinn gehabt haben konnte – denn diese Filme gab es damals noch gar nicht.

Und bei aller Ernsthaftigkeit beim stundenlangen Hören hatten wir auch eine Menge Spaß. :-) 

 

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Alexander Puschkin

Ein Kunstbarbar mit schlaffer Hand
befleckt das Bild eines Genies,
indem er es voll Unverstand
mit eignen Krakeln überzieht.

Die fremden Farben mit den Jahren
platzen schuppenwelk herab,
bis das, was das Genie gestaltet,
in alter Schönheit wieder strahlt.

So muss auch jener Irrtum schwinden,
der lang schon meine Seele quält,
bis sich Visionen wiederfinden,
die rein der erste Tag enthält.

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Wir finden: Ohne geschichtliches und politisches Hintergrundwissen kann man sich zwar Schostakowitschs 5. Sinfonie nähern und sicher auch die ein oder andere Intention des Komponisten in der Musik erfühlen. Zu viel aber bleibt im Verborgenen. 

Aber diese Einschätzung, so wird sich noch herausstellen, teilen weder alle von uns interviewten Musiker noch ein russischer Diakon mit uns....

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Um weitere Informationen über Schostakowitsch und seine 5. Sinfonie zu sammeln, haben wir Interviews mit professionellen Musikern und Musikmanagern geführt:

- Michael Traub, hr-Musikchef und Orchestermanager
- Dr. Adam Gellen, Dramaturg
- Andreas Hepp, Schlagzeuger

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MIchael Traub
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Adam Gellen, Dramaturg
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Russisch-Orthodoxe Kirche Wiesbaden

Die Aussagen von Schlagzeuger Andreas Hepp über die russische Mentalität bringen uns auf die nächste Spur - sie führt zur russisch-orthodoxen Gemeinde und ihrer prächtigen Kapelle auf den Wiesbadener Neroberg: 

Gibt es einen eigenen russischen Zugang zu Dmitri Schostakowitsch? Einen Zugang, den wir (in Deutschland) gar nicht finden können? 

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Wir besuchen den ausgebildeten Sänger und Diakon Victor Tsewelew und seine Frau Elena. Beide gehören der russisch-orthodoxen Gemeinde in Wiesbaden an.

Wir wollen von ihnen wissen, ob "russische Ohren" die Musik anders hören und ob die beiden die 5. Sinfonie als Sinfonie mit starker politischer Aussage einschätzen würden.

Dazu spielten wir ihnen ausgewählte Stellen der Sinfonie vor und unterhielten uns über unsere unterschiedlichen Höreindrücke.

Ein Gespräch über Schostakowitsch und seine Position in der russischen Musik.

 


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David Afkham

Am Ende unserer Entdeckungsreise treffen wir David Afkham

Der Dirigent und Schostakowitsch-Fan sagt: "Die 5. Sinfonie ist ein Aufschrei, ein Aufbegehren!"

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David Afkahm
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I. Moderato ∙ II. Allegretto ∙ III. Largo ∙ IV. Allegro non troppo ∙ Alte Oper Frankfurt, 3. Februar 2017
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Unser Kurs mit David Afkham

Unser Musikkurs mit David Afkham in der Alten Oper Frankfurt.

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Diese Multimedia-Dokumentation ist ein Projekt im Rahmen der »Spielzeitschule« - einem neuen Element der Education-Arbeit des hr-Sinfonieorchesters: Schülerinnen und Schüler einer Schule werden intensiv mit einem Musikstück vertraut gemacht, welches das hr-Sinfonieorchester in der aktuellen Spielzeit in der Reihe »Junge Konzerte« präsentiert. Im Anschluss fertigen die Schüler eine multimediale Dokumentation an und produzieren dafür die verschiedenen Materialien.

Musikkurs der Q-Phase,  
Theodor-Fliedner-Schule Wiesbaden:  

Gesamtprojektleitung Theodor-Fliedner-Schule und Unterrichtskonzeption im Fach Musik: Nathalie Baron

Unterrichtskonzeption im Fach Geschichte: Bettina Pohlen 

Kursmitglieder:
Eva Lohn, Alina Wolf, Jana Golowacz, Fabian Lieberum, Shajan Sepanlou, Luisa Sagliano, Philipp Thielemann, Alexander Lehr, Daniel Schmidt, Nick Handtke, Pascal Baum, Stella Schüler, Celina Stoiber, Antonia Fixi, Julia Brechtel, Michael Karenko, Alisha Ach, Jashitha Kunabalasingam, Sebastian Henn

Medienpädagogische Betreuung und Redaktion der Multimedia-Dokumentation: Tom Klein (hr)

Eine Produktion des hr im Rahmen des " Netzwerk Musik und Schule " und "Netzwerk Rundfunk und Schule". 

Großen Dank an Jochen Doufrain (Netzwerk Musik und Schule) und Stefan Hoffmann (hr) für Moderationsideen und Feedback.

Dank auch an unsere Interviewpartner.
 
Bildquellen: picture alliance/dpa | imago | hr | Theodor-Fliedner-Schule 

Musikzitate: Dmitri Schostakowitsch, 5. Sinfonie. Aufnahme des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, dirigiert von Mariss Jansons (aus der Serie Dmitri Schostakowitsch: Symphonien Nr.1-15, Warner).
 
Impressum 




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Übersicht

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Kapitel 1 Einleitung

Schosta wir thump

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Kapitel 2 Der erste Kontakt

Stalin final

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Pushkin
Kapitel 3 Die Profi-Perspektive

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Traub thump

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Hepp thump
Kapitel 4 Eine russische Perspektive

Russ kapeklle dpa

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Kapitel 5 Schostakowitschs 5. Sinfoie dirigieren

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Afkham thump 2

Afkham tump youtube
Kapitel 6 Fazit

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